2016
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Das Denkmal

im Heidedorf Schwalingen

Karl Hermann Badenhoop * 1888     27.Mai 1915       Volksschullehrer zu Schwalingen 
Schwalingen im August 1914. Karl Hermann Badenhoop aus Verden wird wohl im Jahr 1910 als junger, lediger Volksschullehrer mit 22 Jahren nach Schwalingen gekommen sein. Denn in diesem Jahr verließ sein Vorgänger Wilhelm Fricke mit seiner Familie Schwalingen, um in Gamsen eine neue Lehrerstelle anzutreten. Die Schwalinger Schule befand sich in dieser Zeit noch im Haus No.19, "Schlachterhus", wie es die Schwalinger heute nennen. Aber dieses Schulhaus war für die vielen Schüler zu klein geworden. So hat der Schwalinger Schulvorstand und Gemeinderat den Bau eines neuen Schulhauses beschlossen. In der Zeit der Planung und Ausführung des Neubaues der Schwalinger Schule im Jahr 1913 ist also Karl Hermann Badenhoop Lehrer in Schwalingen. Im Sommer des Jahres 1913 wird sie eingeweiht, Schwalingen No.66. Sein Schüler Heinrich Wilhelm Könemann (er ist der Enkel des vormaligen Schwalinger Lehrers Heinrich Friedrich Könemann) von der Schwalinger Anbauerstelle "Feldmanns-Hus", Schwalingen No.8, besucht die neue Schule nicht mehr. Er ist Ostern des Jahres 1913 aus der Schule entlassen. Ihm schreibt Karl Hermann Badenhoop zum Abschied in sein Poesie-Album: "Tue Recht, scheue niemand! Dein Lehrer Badenhoop, Schwalingen, den 16.Jan.1913". Am 1.August des folgenden Jahres 1914 erklärt das Deutsche Reich als Bündnispartner des Kaiserreiches Österreich-Ungarn dem Kaiserreich Russland den Krieg. Am Montag den 3.August folgt die Kriegserklärung an das Kaiserreich Frankreich. An diesem Tag steht, unübersehbar, gleich auf der 1.Seite der "Böhme- Zeitung" der Befehl des deutschen Kaisers Wilhelm II. abgedruckt: "Seine Majestät der Kaiser haben die Mobilmachung der Armee und Marine befohlen". Von diesem Befehl wird auch der Schwalinger Volksschullehrer Karl Hermann  Badenhoop erfasst. Als Leutnant der Reserve hat er sich innerhalb von 48 Stunden unter Vorlage seiner Militärpapiere bei dem Bezirkskommando zu melden, das für seinen Wohnsitz Schwalingen zuständig ist. Er ist 27 Jahre alt. Bald darauf erhält Karl Hermann Badenhoop seinen Gestellungsbefehl. Er ist der 10.Kompagnie des neu aufgestellten Reserve-Infanterie-Regiments No.260 in der 78. Reserve-Division zugeteilt. Die Soldaten der Division werden im Dezember 1914 in Alten-Grabow zur Ausbildung zusammengezogen, ein Truppenübungsplatz zwischen Berlin und Magdeburg bei Möckern. Schon Ende Januar 1915 wird das Reserve-Infanterie-Regiment No.260 mit Karl Hermann Badenhoop als Teil der 10.Armee an die Ostfront nach Ostpreußen verlegt, an die russische Front. Im Februar 1915 nimmt das Regiment an der für die deutschen Truppen siegreichen "Winterschlacht in Masuren"teil. Die russischen Truppen verlassen die bis dahin besetzten Teile Ostpreußens und ziehen sich auf russisches Gebiet zurück. In den folgenden Wochen wird das Reserve-Infanterie-Regiment No. 260 mit Karl Hermann Badenhoop zur Sicherung des eroberten russischen Grenzgebietes eingesetzt - bis Ende April 1915 der Befehl zum Vormarsch nach Nordosten, in Richtung des in dieser Zeit zu Russland gehörenden Lithauen/Kurland erteilt wird. Die russischen Truppen stellen sich dem deutschen Angriff mit allen Kräften entgegen. Auch in dem Frontabschnitt des Reserve-Infanterie-Regimentes No.260 bei der Stadt Rossienie am Fluß Dubissa wechseln sich über Wochen die Angriffe der deutschen Truppen und die russischen Gegenangriffe ab. Die Verluste an Gefallenen, Verwundeten und Gefangenen sind auf beiden Seiten hoch. Keinem der Gegner gelingt es, den Frontverlauf nachhaltig zu verschieben. Auch am 27.Mai 1915 wird ein Angriff der 10.Kompanie des Reserve- Infanterie-Regimentes No.260 gegen die russischen Stellungen am Fluß Dubissa befohlen. In dem folgenden Gefecht bei der Ortschaft Olgow, nordöstlich von Rossienie, wird der Leutnant der Reserve Karl Hermann Badenhoop tödlich verwundet. Der "Deutsche Heeresbericht" des Großen Hauptquartiers meldet am 28.Mai 1915: "An der Dubissa nahmen unsere Truppen die Offensive wieder auf. Ein zu beiden Seiten der Straße Rossienie - Eiragola geführter Angriff war von gutem Erfolg begleitet, ..." Die Nachricht vom Tod ihres Sohnes Karl Hermann erhält seine verwitwte Mutter Luise Badenhoop in Verden/Aller.
Deutsche Verlustliste August 1915
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